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„i think, i think they are talking about me, perry…“

 

 

 

 

„Die Arbeit von Philipp Renda (geb.1989 in München) beginnt mit den feinen Linien seiner Zeichnungen und Texte. Seine Arbeitsmaterialien sind alte Buchseiten, Notizzettel, Objekte und Stoffreste. Diese werden in linearer Anordnung in den Raum gesetzt. Durch die Reihung der Materialen ergibt sich ein Netzwerk aus Zeichnungen, Malereien und Texten, die sich in ihrer Anhäufung zu einer Skulptur transformieren. Philipp Renda verstrickt seine Materialien immer wieder zu neuen Geschichten und setzt „Bild-Stationen“ die in sich auf unsere gegenwärtige Welt weisen.“

Anselm Pavlik, 2017

 

„Philipp Renda setzt sich in seiner Arbeit immer wieder mit Mythen der Antike auseinander. Er findet darin das Material, seine Geschichten ganz persönlich erzählen zu können, ohne Distanzlosigkeit fürchten zu müssen.

In seinen Zeichnungen nimmt er auf Taten und Erlebnisse von Herkules Bezug, löst diese aber gleichzeitig aus dem Kontext, öffnet die Bildsprache genauso wie die Komposition und bringt dafür viel Sensibilität im Ausdruck und in der Kombination von Zeichenmaterial, Papier und und Technik in die Arbeit. So entsteht eine dichte Stimmung, die öffen ist für das Nachfühlen.

Die subtile Verwendung der Monotypie schafft ein quasi wiederholbares Element und erinnert gleichzeitig an ein anderes Objekt, das in seinem Abklatsch sichtbar wird. Philipp Renda’s Strich zeugt von Eloquenz in der Sprache der Zeichnung. “

Michael Schneider (über die Serie „hercule“)

2014

 

 

“Philipp Renda ist gegen den Aha-Effekt in der Kunst. Bei Betrachtung seiner Zeichnungen, die er oft unkommentiert lässt, entwickeln diese eine Atmosphäre die sich mit einer eigenen Sprache artikuliert. Diese „Subsprache“ pendelt zwischen Fragmenten von Melancholie, Wut und Ausbruchstimmung.

Sein spontanes Arbeiten mit alltäglichen Materialien (wie Packpapier oder einfachen Schreibblöcken) eröffnet ihm die Möglichkeit, seine Kunst so emotionsbeladen und ungeschliffen wie möglich zu kreieren.

Seine Kunst entsteht im Moment und ist nicht für einen klassischen Kunstmarkt erdacht sondern richtet sich bewusst an Menschen außerhalb dieses Metiers. Unterstrichen wird diese künstlerische Entscheidung, in dem er bewusst auf den Rahmen verzichtet und seine Werke so präsentiert, wie er sie selbst behandelt und aufhängt.

Ebenso wenig wie die Kadrierung nutzt Philipp Renda das Zitat. Es geht ihm um Neuerfindung ohne interpretatorischen Ballast, da er versucht durch seine prosa-artig wirkenden Zeichnungen in dem/die BetrachterInn spielend Assoziationen zu entzünden.

In gefundenen Büchern überzeichnet Philipp Renda einzelne Seiten und lässt so, beeinflusst von dem Text aber auch von Musik und seinen persönlichen Stimmungen, eigene Kapitel und Geschichten in den Bücher entstehen.

Die (neuen Tage-)Bücher bekommen ein neues Eigenleben und wehren so gegen die angebliche Nichtverwendbarkeit der vorherigen BesitzerInnen.

Trotz der Anhäufung von Emotion, ohne eine ironische Brechung, entsteht kein Pathos oder eine „Gefühlsduselei“ in den Werken, sondern es offenbart sich dem Betrachter eine rudimentäre, intime Ehrlichkeit.

In den Ecken seiner Werke hinterfragt Philipp Renda gleichzeitig aktuelle Zustände von Käuferschaft, Rezeption, Exklusivität, Effekthascherei oder der Illustration, die nach seiner Ansicht das Gegenstück zur Bildenden Kunst darstellt.

Es geht bei Philipp Renda nicht um das Verstehen, sondern um das Begreifen, dabei ist es egal welche Geschichte erzählt wird, wie sie erzählt wird, ist viel entscheidender.”

Lewon Heublein, 2014